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Schöne neue Arbeitswelt. Die Anforderungen der digitalisierten und automatisierten Welt gehen mit einer Transformation der Arbeitswelt einher. Traditionelles Projektmanagement weicht vielerorts agilem Projektmanagement. Zumindest eine Mischung aus beiden Managementformen, hybrides Projektmanagement, ist in den letzten Jahren zu einer populären Antwort auf die Frage nach einem zeitgemäßen Projektmanagement geworden.

Eine neuere und sehr besondere Methode, komplexe Problemstellungen zu bearbeiten bietet die agile Projektmanagement Methode Design Thinking. Die Herangehensweise von Design Thinking nur als eine Methode zu betiteln würde ihr nicht gerecht werden. Über eine agile Projektmanagement Methode hinaus ist Design Thinking eine spezifische Denkhaltung mit einem Set an Prinzipien. Design Thinking und der Design Thinking Prozess bedienen sich einer Vielzahl unterstützender Tools, die viele junge aufstrebende Unternehmen und Start-Ups für sich zu nutzen wissen.

Design Thinking, gestalterisch Denken, um kreativ und strukturiert zu arbeiten, kann ein gewinnbringender Denkanstoß für viele Unternehmen sein. Für Projektmanager, die sich in Richtung agiles Denken und agiles Projektmanagement öffnen wollen, ist der Design Thinking Ansatz ein guter Einstieg in Richtung Agilität und Anforderungen einer sich wandelnden Arbeitswelt. Hier erfahren Sie alles, was Sie grundlegend über die Design Thinking Art, komplexe Probleme zu verstehen und zu lösen, wissen müssen.

Design Thinking: Definition


Laut Gablers Wirtschaftslexikon wird unter Design Thinking „eine spezielle Herangehensweise zur Bearbeitung komplexer Problemstellungen verstanden. Das zugrundeliegende Vorgehen orientiert sich an der Arbeit von Designern und Architekten.“ Wie es der Name schon sagt, ist Design Thinking also eine Methode, gestalterisch zu denken. Darüber hinaus sei es aber auch „ein Set an Prinzipien, eine spezielle Denkhaltung und ein Prozess mit einer Vielzahl von unterstützenden Tools“.

Das wesentliche Kennzeichen der Problemlöseprozesse von Architekten, Designern und anderen Gestaltern ist deren Nutzer- und Anwenderorientierung. Diesen Fokus hat Design Thinking übernommen. Es lässt sich also zusammenfassen, dass Design Thinking ein kreativer Prozess der Ideenfindung zum Lösen komplexer Probleme ist, der auf Design Methoden beruht. Sein Fokus liegt auf der Erarbeitung nutzerorientierter Innovationen liegt.

Das Design Thinking Mindset: Eine fehlerorientierte Denkhaltung


In der Definition von Design Thinking stolpert man etwas über die Erläuterung, es handele sich bei Design Thinking um mehr als nur eine Methode. Es sei auch ein Set an Prinzipien und eine spezielle Denkhaltung. Das Design Thinking Mindset gehört also zu seiner speziellen Herangehensweise an komplexe Probleme dazu.

Der Kern der Denkhaltung liegt in der Auffassung, dass jedes Problem eine Chance darstellt. Jedes Problem, dem man begegnet bietet die Möglichkeit, etwas Positives zu gestalten. Der daraus resultierende Mut, Fehler zu machen ist der Treibstoff von Design Thinking Prozessen. Oft starten Produkt- und Projektentwicklung schleppend, da Mitarbeiter und Entwickler Angst vor Fehlern haben. So wird dem Prozess von Anfang an wichtige Energie vorenthalten. Im Design Thinking hingegen sind Fehler nichts Schlechtes. Wovor sollte man also Angst haben?! In der Design Thinking Methode ist es sogar gewollt, dass Mitarbeiter Fehler machen. Schließlich lernt man am besten aus Fehlern. Sie zeigen einem, was bisher falsch lief in der Produktentwicklung oder Projektentwicklung. Wenn es gewollt ist, Fehler zu machen, fangen Mitarbeiter an, unkonventionell zu denken. Das was am wenigsten vorausschaubar ist, produziert tendenziell schließlich die meisten Fehler. Mit diesem Mut zu Fehlern beginnt kreatives und gestalterisches Denken. Wie sagt man so schön? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Scheinbar verrückte Ideen erweisen sich manchmal eben doch als genau die richtigen Lösungen. Vor allem bei sehr komplexen Problemen, deren Lösung nach unkonventionellen Antworten verlangt. Außerdem geht das Design Thinking Mindset davon aus, dass man jede kreative bis abstrakte Idee mit gewissen Methoden auf die Realität anwenden kann. Schwieriger wäre es, konventionellen Ideen einen kreativen Ausdruck zu geben.

Die Design Thinking Prinzipien: Das Team, der Prozess und der variable Raum


Neben einer speziellen Methode des Problemlösens und einer speziellen Denkhaltung, ist Design Thinking außerdem ein Set an Prinzipien. Man kann es als die grundlegenden Merkmale von Design Thinking verstehen. Es besteht aus den Prinzipien der Gestaltung des Teams, des Prozesses und des Raumes.

Das Team

Ein grundlegendes Merkmal von Design Thinking ist sein Diversity Management. Hinsichtlich der fachlichen Disziplinen, die an einem Problem arbeiten, wird sehr auf Diversität in einem Team geachtet. Design Thinking fordert möglichst kreative Denkweisen. Es liegt nahe, dass kreatives Mindset in einem Austausch möglichst diverser Disziplinen, Menschen und Ideen entsteht.

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Die erwünschten Persönlichkeiten im Design Thinking Team nennen sich „T-Shape Persönlichkeiten“. Der vertikale Strich soll für eine herausragende fachliche Kompetenz stehen. Der horizontale Strich für eine große Bandbreite interdisziplinärer Kenntnisse und eine vielseitige Persönlichkeit. Durch ein solches Team möchte Design Thinking kreative Problemlösungsprozesse ins Rollen bringen.

Der Design Thinking Prozess

Die gestalterische Denk- und Arbeitsweise, dem Designer intuitiv folgen, übernimmt Design Thinking in einem klar strukturierten Prozess. Er ist wesentlich gekennzeichnet durch iterative Schleifen, die Teams in sechs klar strukturierten Phasen durchführen. Jede Phase wird also strukturiert und kontrolliert wiederholt. Einsichten werden wiederholt rekapituliert, überprüft und angepasst. Fehler sind die Voraussetzung für diesen Prozess. Die kontinuierliche Anpassung der Ideen ist die Lösung für eine strukturierte und kreative Problemlösung.

In 5 Phasen vom Problemverständnis zur Problemlösung

Um mit der Design Thinking Methode eine Idee zur Problemlösung zu bekommen, steht noch vor dem eigentlichen Start der Phasen eine andere Phase: ein spezielles Mindset annehmen. Charakteristisch für alle Phasen, die im Design Thinking Prozess durchlaufen werden, ist, dass sie ein „Beginners Mind“ erfordern. Die Entwickler einer Idee sollten den Prozess starten, ohne eine Idee im Kopf zu haben. Die Offenheit für den Erkenntnisprozess ist eine Voraussetzung für die kreative Fehlerkultur des Design Thinking. Während des Prozesses sollten die Mitarbeiter und Entwickler immer flexibel bleiben und sich nie in eine Idee, einen Prototyp verlieben. Erst wenn eine Idee materialisiert oder implementiert ist, ist der Prozess beendet. Davor sollte alles offen sein. Auf dem Weg dahin wird in einem iterativen, anwendungsorientierten Prozess gearbeitet. Die Bedürfnisse des Nutzers stehen dabei immer im Zentrum.

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Phase 1: Verstehen

Das Ziel dieser Phase ist zum einen, dass alle am Prozess Beteiligten ein gemeinsames Verständnis der Situation haben. Die „Situation“ bedeutet ein klar abgesteckter Problemraum.
Es wird gefragt:

  • Was ist das zu lösende Problem aus der Sicht des Nutzers?
    (Das kann ein Kunde oder das eigene Unternehmen oder Projekt sein)
  • Sind die Rahmenbedingungen des Projektes und Prozesses transparent?

Neben der Definition eines Problemraumes ist auch die Eingrenzung eines Lösungsraumes das Ziel dieser ersten Phase. Auch der Lösungsraum wird von den Bedürfnissen der Anwender definiert. Projektmanager sollten ihre Interessen nie mit denen der Nutzer verwechseln. Design Thinking erfordert ein gewisses Maß an Selbstlosigkeit.

 

Phase 2: Empathize – Beobachten

Nachdem ein Fundament aus einem gemeinsamen Problem- und Lösungsverständnis gebaut wurde, geht es in die Phase der Beobachtung. Mit dieser Phase der Empathiegwinnung beginnt eigentlich der Design Thinking Prozess. Empathisch soll ein Verständnis für die Kunden gewonnen werden. Dafür ist eine direkte Auseinandersetzung mit dem Nutzer notwendig. Um den Nutzer wirklich zu verstehen, bedienen sich Design Thinker dafür aus Methoden der qualitativen Marktforschung oder sogar der ethnografischen Forschung.

Gängige Methoden:

  • Tiefeninterviews
  • Selbsterfahrungen
  • Teilnehmende Beobachtungen

Ein Ziel dieser Phase ist es paradoxer Weise, Hypothesen aus der ersten Phase zu widerlegen. Und sich eines Besseren belehren zu lassen. Natürlich können Hypothesen sich auch bestätigen. Das sollte aber niemals der Wunsch sein, mit dem man in eine neue Phase geht. Das Herausstreichen von Annahmen hilft der weiteren Definition des Problems.

 

Phase 3: Define – Sichtweise definieren

Nachdem nun schon einige Definitionen des Problemraums gesammelt wurden, geht es in der jetzigen Phase um die Definition einer konkreten Fragestellung. Auf Basis der ersten beiden analytischen Phasen soll nun alle Information in einer Fragestellung auf den Punkt gebracht werden.

Eine häufig verwendete Methode zur Definition einer Fragestellung ist die Kreation einer oder mehrerer fiktiver Personen, die bestimmte Nutzergruppen stellvertreten. Es wird gefragt, was die Persona konkret benötigt und warum sie es benötigt. Diese Methode ist ein Hilfsmittel, um die Ausgangsfrage nutzerzentriert formulieren zu können. Persona sind gewissermaßen der ideale Nutzer. Nach seinen Bedürfnissen können nun die folgenden Phasen in Richtung Lösung ausgerichtet werden.

 

Phase 4: Ideate – Ideenfindung

Nun geht es von dem Problemraum in den Lösungsraum. Das Team entwickelt Ideen, wie das Problem der idealen Nutzer gelöst werden soll. Auch hier geht es um Diversität. Es sollen zunächst möglichst viele verschiedene, kreative und abstrakte Ideen generiert werden. Zunächst werden die Ideen nicht bewertet, es geht um die Gewinnung einer größtmöglichen Ideensammlung. Am Ende der Phase bleiben nur die vielversprechendsten Ansätze bestehen. Um die zu finden muss die Ideensammlung geordnet, diskutiert, bewertet und hierarchisiert werden.

Kriterien der Bewertung:

  • Erwünschtheit
  • Realisierbarkeit
  • Wirtschaftlichkeit

Als Methode der Ideenfindung werden verschiedenste Kreativitätstechniken angewendet. Im Fokus steht immer die Kreativität. To think outside the box“, leitet Ideen von den Trampelpfaden der Branche weg und ermöglicht außergewöhnliche Ideen. So einzigartig die Bedürfnisse und Probleme von Nutzern sind, so einzigartig und maßgeschneidert sollten schließlich auch ihre Lösungen sein.

 

Phase 5: Prototype – Prototypen entwickeln

Im Anschluss an die Ideenfindung werden die Prototypen entwickelt. In einem ersten Schritt, dem Rapid Prototyping, werden mit einfachsten Mitteln Prototypen zu Lernzwecken kreiert.

Materialien können Lego, Bastelmaterial, 2-D-Modelle, Darstellungen in Storyboards oder anderes sein. Prototypen sind immer zweckmäßig, nie final. Nach der schnellen Testung können sie ebenso schnell wieder verworfen werden. Das Mindset der positiven Fehler erkennt man auch hier.

Eine hilfreiche Methode kann es deshalb sein, Prototypen die Namen ungeliebter Menschen zu geben. Dann fällt das Verwerfen einer Idee, an der man schließlich auch gearbeitet hat, vielleicht nicht so schwer.

 

Testphase: Verfeinerung

Nach der Erarbeitung und Auswahl eines geeigneten Prototyps, wird dieser nun dem Nutzer präsentiert. Auch hier gilt es, offen zu bleiben und sich nicht in die eigene Idee zu verlieben. Der Nutzer steht stets im Zentrum der Arbeit. Egal wie logisch der Prototyp für den Entwickler erscheint: Wenn das Feedback des Kunden etwas anderes sagt, ist er zu verwerfen. Eine Prototyp Präsentation hat Kritik zum Zweck. Die Anmerkungen des Kunden können auf seine Lösungsbilder hinweisen, die Design Thinker in den nächsten Phasen in ihr Denken implementieren können.

Das Ende ist der Anfang. Die Design Thinking Phasen sind iterative Schritte, die immer wieder gegangen werden, um Prototypen sukzessive zu verbessern.

3. Der variable Design Thinking Raum

Neben den Prinzipien der Diversität des Teams und des iterativen Prozesses verfolgt Design Thinking ein weiteres Prinzip: Das Prinzip des variablen Raumes. Für den kreativen Prozess sehen Design Thinker optimale räumliche Bedingungen als Voraussetzung. Gestalterisches Denken kann nur in einem optimal gestalteten Raum stattfinden. Da optimale Verhältnisse von Projekt zu Projekt und Problem zu Problem unterschiedliche Gegebenheiten bedeuten können, sieht Design Thinking variable Räume vor.

modernes büro

Das Prinzip eines mobilen Arbeitsplatzes bietet folgende Möglichkeiten:

  • Möbel flexibel bewegen können
  • Plätze für Boards und Präsentationsflächen flexibel besetzen
  • Steharbeitsplätze einführen
  • viel Material zur Gestaltung von Ideen zur Verfügung stellen

Die Beweglichkeit der Räume könnte metaphorisch für den Design Thinking Grundsatz, immer in Bewegung zu bleiben stehen. Nur durch Agilität schafft man es schließlich, Perspektiven anderer Standpunkte einzunehmen, nutzerorientiert und bis zu einem gewissen Punkt selbstlos zu arbeiten.

Fazit


Design Thinking als moderne und agile Methode des Problemlösens rückt die Bedürfnisse des Nutzers in ihr Zentrum. Auch wenn das ein globaler Grundsatz der Produktentwicklung ist, verfolgt Design Thinking ihn auf besondere Art und Weise. Die Design Thinking Methode steht für die Anforderungen der neuen Arbeitswelt. Durch sich schnell verändernde Bedingungen und Bedürfnisse ist eine Bejahende Einstellung gegenüber Fehlern genauso wichtig wie Flexibilität und die Fähigkeit zum Perspektivwechsel.

Vor allem besonders kreative und flexible Projektmanagement Methoden verlangen nach einem strukturierten Zeitmanagement. Implementieren Sie deshalb TimeTrack in ihrem Unternehmen! Probieren Sie jetzt die zweiwöchige Probeversion!