Team Besprechung

Alles wird neu gemacht, auch die Arbeit. Oder besser: Das Verständnis von Arbeit. Das Konzept heißt New Work. Das Buzz- und Trendwort schwirrt bestimmt auch in Ihrem Umfeld umher. Trotz der Häufigkeit seiner Verwendung wird oft nicht ganz klar, was eigentlich hinter New Work steckt. Irgendwas mit freierem Arbeiten?

Hinter dem Konzept steckt mehr, als man im ersten Moment glauben würde. Und in gewisser Weise auch weniger. New Work ist eher die Bezeichnung einer Arbeitsphilosophie als eines Management Systems, das in ein Projekt oder Unternehmen eingeführt werden kann. Diese Philosophie spielt allerdings eine große Rolle für den Wandel der Arbeitswelt. Von Berufsbildern über Management Systeme und Recruiting Prozesse über Arbeitszeitgestaltung unterliegen viele Bereiche der Arbeitswelt diesem Wandel. Sowohl Mitarbeiter als auch Arbeitgeber sollten sich nun in der Welt der New Work auskennen, um sich eventuell schon bald frei darin bewegen zu können.

Die Entstehung der New Work Idee

Um New Work zu verstehen ist es sinnvoll, einen Blick auf die Entstehung des Modells zu werfen. Alles fing in den 1980er Jahren mit Frithjof Bergmanns Beobachtungen der Automatisierung der Autoindustrie an. Der Sozialphilosoph sah in der sich anbahnenden Automatisierung und Digitalisierung der Industriegesellschaften den Startschuss für eine Veränderung der Art und Weise, wie wir arbeiten.

Er sah eine Chance in der Wegrationalisierung der Arbeitsprozesse durch die Automatisierung der Arbeitsplätze. Seine Utopie sah so aus, dass der Mensch nur noch sechs Monate im Jahr in der Fabrik arbeiten müsste. Die restliche Zeit würde er mit Arbeit verbringen, die er „wirklich, wirklich tun will“. In seiner utopischen Welt würde der Mensch nicht mehr in unterdrückerischer Lohnarbeit verbringen, sondern in selbstbestimmten, erfüllenden Arbeitsformen, die mehr gesellschaftliche Teilhabe und Handlungsfreiheit bedeuten würden.

Definition von New Work: New Work wird also definiert von der Idee, zu tun, was man wirklich tun will. Kurz gesagt: Empowerment.

Die Basis von New Work: EmpowermentNach der New Work Idee steckt Empowerment in:

  • Kompetenz
  • Bedeutsamkeit
  • Selbstbestimmung
  • Einfluss

Strukturelles Empowerment allein würde bedeuten, dass in einem Unternehmen etwas getan wird, wodurch seine Mitarbeiter mehr Freiheit bekommen. Die Einführung von Remote Work zum Beispiel oder das Einsparen von Hierarchien. Dieses Empowerment auf struktureller Ebene garantiert aber noch nicht, dass die Freiheit tatsächlich genutzt wird. Das New Work Empowerment meint eher einen Erlebenszustand. Der Mitarbeiter soll ein Gefühl von Souveränität in dem haben, was er tut.

In dem Beispiel von Remote Work würde das bedeuten, dass der Mitarbeiter von einem Ort aus arbeitet, an welchem er sich seine optimalen Arbeitsbedingungen schafft und so maximal effizient für das Unternehmen arbeitet. Wächst das strukturelle Empowerment, also die Möglichkeiten zum selbstermächtigenden Arbeiten, wächst auch die Möglichkeit, die angebotene Freiheit wirklich als Selbstermächtigung zu nutzen.

Die positiven Outcomes, die sich von New Work erhofft werden, sind:

  • Arbeitszufriedenheit
  • Innovation
  • Gesundheit
  • Wohlbefinden

Auf der Idee des Empowerments fußen in New Work Modellen vier Säulen. Sie beschreiben die grundlegenden Ziele der Bewegung.

Das New Work Konzept: die vier Säulen

1. Säule: Räumlich-zeitliche Flexibilität

New Work zielt darauf ab, dass Arbeit ungebunden an Ort und Zeit ist. Es ist egal, wo und wann man arbeitet. Die Hauptsache ist, man tut es.

2. Säule: Agiles, projektförmiges Arbeiten

Im Gegensatz zu traditionellen Projektmanagement Methoden, möchte New Work agiles, projektförmiges Arbeiten fördern. Empowerment, Freiheit und Souveränität sieht das Modell durch die Arbeit in Projekten ermöglicht.

3. Säule: Wertebasiertes, sinnstiftendes Arbeiten

New Work sieht vor, dass alle Mitarbeiter nach ihren eigenen Werten arbeiten sollen. Die Arbeit soll sinnstiftend, nicht rein ausführend sein. So war die Ursprungsidee von New Work.

4. Säule: Enthierarchisierung, Partizipation, Selbstorganisation

In der neuen Arbeitswelt sollen die Rollen nicht mehr hierarchisch geordnet sein. In flachen Hierarchien sollen Partizipation und Selbstorganisation der Mitarbeitenden gefördert werden.

Diese Paradigmen unterscheiden sich deutlich von denen, die noch die Arbeitsphilosophie der Industriegesellschaften prägten. Sie beschreiben Werte der Wissens- und Informationsgesellschaft, in der wir leben. Die Utopie von Bergmann ist kaum noch eine. Viele Unternehmen haben die Werte der New Work implementiert. In Form von digitalen Transformationen oder agilen Projektmanagement Methoden gehen sie einen großen Schritt in Richtung Freiheit und Empowerment der Mitarbeiter.

Die Vor- und Nachteile von New Work

Die Theorie sieht meist anders aus als die Praxis. Zumindest bei New Work gibt es einige Dinge, die der Idee der selbstbestimmten und sinnstiftenden Arbeit im Weg stehen könnten.

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Die Vorteile von New Work

Selbstbestimmtes Arbeiten

Selbstbestimmtes Arbeiten bedeutet freiheitlicheres Arbeiten. Man selbst kennt sich doch am besten. In New Work Modellen ist es möglich, nach seinen eigenen Vorstellungen zu arbeiten.

Hohe Motivation

Wenn man tut, was man wirklich tun will, sollte einer hohen Motivation nichts mehr im Wege stehen. Durch das Gefühl, kompetent zu sein in dem was man tut, und das aus eigener Freiheit heraus entsteht die Motivation, gute Leistungen für das Projekt zu erbringen. New Work stellt einen sogar erst vor die Frage: Wie möchte ich arbeiten? Welche Dinge mache ich auch ohne Belohnung gerne? Man wird gewissermaßen trainiert, seinen inneren Antrieb zu erkennen. Und den zu nutzen.

Neue Arbeitsbereiche und Jobmöglichkeiten

Schon Bergman sah es vorher: Menschen sollten in Zukunft dort tätig sein, wo sie wollen. Arbeit, die gemacht werden muss, sollte digital transformiert werden. Die Arbeit die übrig bleibt ist Arbeit, die Menschen wirklich machen wollen.

Gute Vereinbarung von Berufs- und Privatleben

Der Gestaltungsfreiraum in New Work Arbeitsmodellen ermöglicht es, die individuellen Bedürfnisse nach Arbeits- und Privatleben zu berücksichtigen. Da die sehr unterschiedlich sind, kommen freiheitlichere Arbeitszeitmodelle dem sehr entgegen.

Wohlbefinden

Wenn Gefühle von Freiheit, Zugehörigkeit und Kompetenz zusammenkommen, entsteht die große Motivation im Mitarbeiter, weiterhin diese Gefühle zu erleben. Wenn er sie mit dem Arbeitsleben verbindet, steckt er seine Energie natürlich in die Arbeit. Hat ein Angestellter auf der Arbeit das Gefühl, wirklich etwas erreichen zu können, braucht er gar nicht mehr die komplette Trennung von Arbeits-und Privatleben. Mit absolutem Wohlbefinden auf der Arbeit, bleiben Angestellte produktiv. Und vor allem gesund.

Die Nachteile von New Work

New Work mag nach einem Modell klingen, was Privatleben eigentlich abschaffen kann, so schön die neue Arbeitswelt. Es gibt allerdings einige Nachteile der neuen Art und Weise zu arbeiten.

Hohe Verantwortung

Indem die Arbeitsprozesse individualisiert, und vor allem: freiheitlich gestaltet werden, steigt auch die Eigenverantwortung. Die Mitarbeiter der New Work Welt tun das, was sie tun wollen und stehen allein dafür gerade.

Hohe Eigenmotivation verlangt

Damit Arbeitnehmer und Arbeitgeber Seite von dem freiheitlichen Modell profitieren, ist es wichtig, stets eine hohe Eigenmotivation an den Tag zu legen. Ist der Mitarbeiter nicht motiviert, sich ständig weiter zu entwickeln und weiterzubilden, stagniert mit ihm das ganze Projekt.

Gutes Zeitmanagement und Selbstmanagement nötig

Mit der Freiheit von New Work Modellen geht ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Selbstdisziplin gegenüber der eigenen Zeiteinteilung einher. Je freier die Modelle gestaltet sind, desto wichtiger ist es für die Mitarbeitenden, eine Struktur zu finden, mit der sie möglichst effizient arbeiten. Das ist oft gar nicht so einfach, vor allem wenn es mal an der Motivation hapert. Die freiheitlichen Arbeitsmodelle entfalten allerdings nur ihre volle Kraft, wenn der Mitarbeiter es schafft, sich aus eigener Motivation heraus zu strukturieren.

Entgrenzung der Arbeit führt zu Mehrarbeit und psychischer Belastung

New Work sieht Berufs- und Privatleben nicht getrennt voneinander. Sie sieht die einzige Möglichkeit zu einem erfüllten Arbeitsleben in einer Selbstbestimmten Arbeit.  Das bedeutet, dass sich der Mensch in hohem Maße mit dem Projekt oder dem Unternehmen identifiziert und gegenüber ihm eine große Verantwortung spürt. Die Arbeit definiert also den Menschen, da sie ja seine eigenen Motivationen darstellt.

Wenn sich ein Mitarbeiter aber zu sehr mit seiner Arbeit identifiziert, kann es passieren, dass er gar nicht mehr abschalten kann. Diese Entgrenzung der Arbeit führt im Endeffekt zu Mehrarbeit und psychischer Belastung.

So implementieren Sie die New Work Idee in Ihren Arbeitsalltag

Im Prinzip wird die Idee der New Work heutzutage schon von den meisten Branchen gelebt. Schließlich beschreibt sie unsere Arbeitswelt. Durch die Digitalisierung sind Arbeitsplätze und Berufsfelder sowohl verschwunden als auch entstanden. Möchte man New Work in sein Unternehmen implementieren, bedeutet das eigentlich, dass Methoden und Strategien gefunden werden sollen, die zu dieser neuen Arbeitswelt passen.

Die kompetente Fachkräftegeneration lässt sich nicht mehr durch Geld und Status anwerben. Sie hat ein Bedürfnis nach Selbstverwirklichung, Empowerment, Entfaltung und Wertschätzung. Nach dem, was New Work beschreibt. Werden diese Bedürfnisse erfüllt, steigt die Arbeitgeberattraktivität.

Arbeitsmodelle, die auf New Work und Empowerment basieren sind:

  • Freelancing
  • Remote Work
  • Der sechs Stunden Tag
  • Die 4 Tage Woche
  • Vertrauensarbeit

Sie sehen: New Work ist kein Projektmanagement Tool, was Sie einfach in Ihr Unternehmen onboarden können. Es ist eine grundlegende Einstellung zur Mitarbeiterkompetenz und dem eigenen Management. Die Idee des Empowerments scheint Ihnen plausibel für mehr allseitige Effizienz? Sie sind entschlossen, Ihr Unternehmen in Richtung New Work zu orientieren? Dann sollten Sie folgende Schritte gehen:

1- Bewusstsein schaffen: Macht New Work Sinn?

Im ersten Schritt sollten Sie sich bestimmte Fragen stellen, wie:

  • Wo befindet sich mein Unternehmen derzeit hinsichtlich der sich wandelnden Anforderungen an die Arbeitswelt?
  • Wie wird sich meine Branche verändern?
  • Wie kann ich mich auf den Wandel vorbereiten und agiler werden?
  • Welcher Bereich meines Managements kann von New Work profitieren?
  • Gibt es Management Tools, die mich beim Einführen von New Work unterstützen können?

2- Leben Sie New Work und unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter

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New Work steht für Innovation. Die Energie für neue Ideen sprudelt aus hochmotivierten Mitarbeitern, die sich mit ihrer Arbeit identifizieren. Alle Effizienz von New Work Modellen geht vom Mitarbeiter aus. Am wichtigsten ist es also, ihn zu unterstützen.

Die Eigenverantwortung, die mit New Work Ansätzen wie der Vertrauensarbeit einhergeht fördert die Motivation doch kann auch sehr überfordernd sein. Arbeitgeber sollten ihre Mitarbeiter stets darin unterstützen, das Beste aus sich herauszuholen. Im Falle von New Work betrifft das vor allem das Zeitmanagement. Die Entgrenzung der Arbeit kann zu Mehrarbeit führen, wenn sie nicht gut strukturiert ist.

Zeiterfassungssoftwares wie TimeTrack können hier die beste Unterstützung sein. Wenn Mitarbeiter ihre Arbeitszeit erfolgreich erfassen und strukturieren können sie sich vollkommen auf die sie erfüllende Arbeit konzentrieren und ihre maximale Produktivität erreichen.

Fazit: Im Zentrum von New Work ist der Mitarbeiter

In New Work steht und fällt alles mit der Motivation des Mitarbeiters. Und das ist gut so. Schließlich ist es immer das Team, was ein Projekt zum Erfolg führt. Die Aufgabe des Managements ist es, seine Kompetenz zu fördern und ihm zu helfen, seinen Antrieb möglichst effizient zu nutzen.

Schafft das ein Unternehmen durch ein entsprechend agiles Management System, gliedert es sich mehr in die Umstände der heutigen, automatisierten Arbeitswelt ein. Es ist höchste Zeit für Unternehmen geworden, zu erkennen, dass das Empowerment der Mitarbeiter nötig ist, um den Anforderungen des heutigen Marktes gerecht zu werden. Empowerment seitens des Managements fängt mit der Unterstützung der Strukturierung der Arbeitszeit an. Die Einführung der Zeiterfassungssoftware TimeTrack kann der erste Schritt Richtung New Work sein. Empowern Sie Ihre Mitarbeiter und probieren Sie die zweiwöchige Probeversion aus.