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Während sich viele Beiträge damit beschäftigen, wie man sich bei einem Bewerbungsgespräch präsentieren sollte, möchten wir in diesem für Sie die andere Seite beleuchten. Sprich, wir zeigen Ihnen wie Sie ein Bewerbungsgespräch am besten aufbauen und worauf Sie als Einstellender bei  Ihren Bewerbern achten sollten.

Das Bewerbungsgespräch ist einer der wichtigsten Punkte im Recruiting Prozess und sollte deshalb sorgfältig durchdacht und geplant sein, damit Ihnen die Auswahl der geeigneten Bewerber später leichter fällt. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, auf welche Arten Sie das Gespräch führen können und wie es aufgebaut sein sollte. Ganz zum Schluss verraten wir Ihnen auch, welche Fragen sich für Ihr Interview eignen und gerne verwendet werden.

Arten von Bewerbungsgesprächen

Das klassische Interview

Das klassische Interview ist die Form von Interview, wie wir sie uns vorstellen und in Filmen etc. regelmäßig präsentiert bekommen. Bei diesem Jobinterview findet das Gespräch im Büro des Personalrecruiters statt. Anwesend sind hierbei der Bewerber und ein bis drei weitere Gesprächspartner, die das Interview mit ihm führen. Der Gesprächsführer ist natürlich der Personalrecruiter und diese Form von Gesprächen kann bis zu einer Stunde andauern. Wie lange Sie das Interview führen, liegt selbstverständlich in Ihrer Hand und auch wenn Sie es kürzer halten, kann dies genügend Erkenntnisse zur Beurteilung der Bewerber mit sich bringen. Durch das persönliche Gespräch können Sie sich ein gutes Bild Ihres Gegenübers machen und Ihn besser einschätzen. Außerdem können Sie individuelle Fragen einbauen und auch auf spontane Aussagen oder Auffälligkeiten der Person einzugehen.

Das Gruppeninterview

Einige Human Resources Leiter bevorzugen es, wenn mehrere Bewerber im Gespräch anwesend sind. Bei einem Gruppeninterview findet die Unterhaltung also gemeinsam mit anderen Bewerbern statt, die sich alle auf dieselbe Stelle bewerben. Durch die Anwesenheit von Konkurrenten sollen die Bewerber bewusst mehr Druck ausgesetzt werden. Hierbei können Sie gut die Teamfähigkeit der Anwesenden beurteilen oder sehen, bei wem diese noch auszubauen wäre. Zusätzlich besteht in diesem Szenario außerdem die Möglichkeit, die Gruppe gemeinsam vor eine Aufgabe zu stellen und sie gegenseitig die jeweiligen Stärken erkennen zu lassen, mit deren Hilfe sie das gewünschte Ergebnis erzielen können.

Das Telefoninterview

Vor allem während der derzeit herrschenden COVID-19-Pandemie sind Interviews vor Ort eher schwer durchzuführen. Deswegen und im Allgemeinen werden Telefoninterviews immer beliebter. Diese werden wie jedes Interview zu einem festen Termin geführt und die Beteiligten sollten sich an einem möglichst ruhigen Ort befinden. Prinzipiell orientiert sich das Telefoninterview am klassischen Bewerbungsgespräch, nur müssen Sie hierbei eben auf die Gestik und Mimik verzichten. Als kleinen Tipp kann man trotzdem viel lächeln, denn ob man es glaubt oder nicht, das hört man bzw. merkt man auch durch das Telefon. Wenn Sie jedoch nicht auf die Körpersprache verzichten möchten, dann sollten Sie vielleicht auf Plattformen wie Skype oder Zoom zurückgreifen, um einen Video-Chat zu nutzen.

Das Stressinterview

Das Stressinterview zählt, wie der Name vermuten lässt, zu den schwierigsten Bewerbungsgesprächen für Bewerber. Hier werden, ähnlich wie beim Gruppeninterview, die Bewerber gezielt unter Druck gesetzt und aus dem Konzept gebracht. Erreicht wird dieser Druck durch kritische Fragen zum Lebenslauf oder andere Fragen, die den Bewerber verunsichern sollen und so aufzeigen können, wie dieser mit der Situation umgeht. Sie können hier also sehr gut beobachten, wie Kandidaten mit dem Druck umgehen und wie selbstbewusst sie ihren Standpunkt vertreten.

Das Essens-Interview

Diese Form des Interviews wird eher seltener angewendet, wird aber vor allem von Führungskräften beim Recruiting gerne genutzt. Das Ambiente wirkt bei diesem Gespräch deutlich lockerer, dennoch sollte Sie auf Manieren und andere Stolperfallen achten. Besonders der Umgang des Bewerbers mit Kellnern und dem Personal kann Ihnen viel über dessen Eigenschaften verraten.

Das strukturierte Interview

Diese Form des Interviews hat den Vorteil, dass sich einfacher Vergleiche anstellen lassen, um so eine objektive Auswahl abzuleiten. Das strukturierte Interview kann in jeder Form des Recruiting Interviews verwendet werden. Ziel hierbei ist es, dass jedes Interview den gleichen Ablauf hat. Sprich, es hat die gleiche Struktur und jedem Kandidaten werden dieselben Fragen gestellt. Anschließend lassen sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Bewerbern besser feststellen und bewerten. Das strukturierte Interview wird meist bei Bewerbern angewendet, die sich kaum in den Qualifikationen unterscheiden.

Die Gesprächsphasen

Ein Bewerbungsgespräch sollte stets gut geplant sein. Ähnlich wie beim Mitarbeitergespräch durchlaufen Sie bei einem Bewerbungsgespräch verschiedene Gesprächsphasen. Die erste dieser Phasen ist normalerweise die Smalltalk-Phase. Hierbei geht es um den ersten Eindruck und sie soll beiden Seiten dabei helfen das Eis zu brechen und offener ins Gespräch hineinzugehen. Achten Sie hierbei auf die Haltung des Bewerbers und die Körpersprache, denn mit Hilfe dieser können Sie erfahren, ob er sich auf das Gespräch gefreut hat und ob er motiviert ist. Von Vorteil ist es für Sie außerdem, wenn der Bewerber seine Unterlagen selber mitbringt, da Sie diese dann nicht extra heraussuchen müssen und so merken, dass er vorbereitet ist.

Anschließend führt der Smalltalk in die Phase des Kennenlernens. Hier sind zuerst Sie, als Gastgeber, an der Reihe sich vorzustellen. Sollten andere Personen Ihres Unternehmens ebenfalls anwesend sein, vergessen Sie nicht, diese auch vorzustellen und auf deren Funktion einzugehen. Sollten Sie nicht geplant haben, den Bewerber auf Herz und Nieren bezüglich seines Wissens über Ihr Unternehmen zu prüfen, dann geben Sie ihm gerne während des Kennenlernens ebenfalls einen Einblick in die Basic-Facts über dieses und gehen Sie auch auf Details der ausgeschriebenen Stelle ein.

Als nächstes folgt die Selbstpräsentation des Bewerbers. Hier sollten Sie den Bewerber bitten, etwas über sich zu erzählen und Sie können zusätzlich auf seine Präsentationsfähigkeit achten. Achten Sie darauf, was der Kandidat in seiner Vorstellung alles erwähnt. Idealerweise sollte er seinen Werdegang, sprich Ausbildung etc. erläutern, auf seine Erfolge eingehen und erläutern, welchen Bezug er zu dieser Stelle hat.

Nachdem Sie sich die Selbstpräsentation angehört haben, sollten Sie dem Kandidaten die Möglichkeit bieten, Rückfragen zu stellen. Achten Sie darauf, welche Rückfragen der Bewerber stellt, hierdurch erfahren Sie weiteres über sein Interesse an dem Job und ob er sich gut vorbereitet hat.

Nachdem alle offenen Fragen sowohl von Ihrer Seite als auch von Bewerberseite geklärt sind, ist nur noch die Verabschiedung offen. Hier bleibt eigentlich nicht mehr viel zu sagen, teilen Sie dem Kandidaten noch mit, wann etwa Sie sich mit Ihrer Entscheidung, bezüglich der Stellenvergabe bei ihm zurückmelden und verabschieden sich dann voneinander.

Worauf sollten Sie bei den Bewerbern achten?

Die Optik

Hiermit ist nicht das Aussehen des Bewerbers an sich gemeint, sondern ob er gepflegt auftritt. Fettflecken oder andere Flecken auf Hemd oder Kleid sind natürlich nicht wünschenswert und auch die Unterlagen sollten sauber, sortiert und neu sein. Welche Kleidung jemand beim Bewerbungsgespräch trägt, kann unternehmensabhängig sein, aber sauber und adrett sollte sie allemal sein.

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Die Unterlagen

Um gleich bei den Unterlagen zu bleiben, nicht nur die Optik dieser sollte fehlerlos sein. Wichtig ist vor allem, dass sie vollständig sind. Zu den Wichtigsten zählt der Lebenslauf, das Bewerbungsschreiben selbst, die Zeugnisse und möglicherweise unternehmensintern gewünschte Unterlagen.Bewerbungsunteralgen

Das Bewerbungsgespräch

Noch vor dem Bewerbungsgespräch, sollten Sie auf Fehler im Bewerbungsschreiben achten. Grammatikfehler oder Rechtschreibfehler hinterlassen einen sehr schlechten Eindruck. Natürlich kann jedem ein Tippfehler passieren, aber sollten Ihnen mehrere auffallen, dann sollten Sie hinterfragen, ob Sie diesen Kandidaten überhaupt einladen möchten. Überprüfen Sie auch, ob direkt auf Ihre ausgeschriebene Stelle eingegangen wird oder ob es sich um ein Standardschreiben handelt, das wahrscheinlich an mehrere Unternehmen gesendet wurde.

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf ist einer der interessantesten Punkte. Hier gilt es, auf Zeitlücken im Lebenslauf und auch auf das Foto zu achten. Das Foto sollte kein Ausschnitt aus einem Urlaubsfoto oder ein Automatenbild sein, sondern bestenfalls ein Foto eines professionelles Shootings. Ein nicht eindeutig zu bewertender Punkt ist die Auflistung der Hobbys, denn einige Recruiter interpretieren in eine längere Aufzählung hinein, dass die Freizeit einem Kandidaten zu wichtig ist bzw. sie zu viel Zeit einnimmt. Auf der anderen Seite können Sie durch Hobbys vieles über die Persönlichkeit des Bewerbers erfahren.

Das Zeugnis

Ein Zeugnis sagt nicht immer viel aus. Ein Zeugnis mit lauter Einsen ist immer beeindruckend, das heißt aber nicht, dass die Person sich deshalb besser für eine Stelle eignet als andere. Sollte sich jemand direkt nach der Ausbildung oder dem Studium bei Ihnen bewerben, dann können Sie vielleicht mehr Wert auf die Noten legen. Sollte jemand schon länger im Berufsleben tätig sein, dann sollten Sie eher auf die Erfahrungen des Bewerbers achten.

Das Verhalten

Achten Sie auf das Verhalten des Bewerbers. Wie selbstbewusst tritt er auf? Lässt er sich von den Fragen verunsichern? Ein bisschen Nervosität schadet nicht, das kann sogar zeigen, dass er sich sehr für diese Stelle interessiert. Dennoch sollte die Nervosität nicht die Überhand gewinnen. Der Kandidat sollte immer aufmerksam zuhören und Sie keinesfalls unterbrechen. Außerdem sollte er ein freundliches Auftreten haben und auch lächeln. Achten Sie also auf die Körpersprache, ob diese offen oder abweisend wirkt und ob er Blickkontakt hält.

Wie präsentieren Sie Ihr eigenes Unternehmen?

Natürlich geht es nicht nur darum, wie der Bewerber sich selber darstellt, sondern unabhängig davon, möchten Sie ja auch Ihr Unternehmen attraktiv darstellen. Wecken Sie als die Emotionen der Bewerber, indem Sie ihnen vor Augen führen, was Ihren Betrieb ausmacht. Zeigen Sie gerne engagierte Mitarbeiter, zufriedene Kunden oder auch Ihre Produkte, um Erfahrung, Verlässlichkeit oder andere Merkmale, für die Sie stehen, zu vermitteln.

Ihre Aussagen werden zudem greifbarer, wenn Sie Ihre Botschaften mit Gegenständen untermauern. Sollten Sie während des Gesprächs beispielsweise über eines Ihrer Produkte sprechen, dann zeigen Sie es auch, wenn möglich. Das erzeugt besonderen Eindruck und bleibt auch den Bewerbern besser im Gedächtnis.

Sie können auch persönliche Geschichten aus Ihrem Arbeitsalltag erzählen, um eine menschliche Facette zu zeigen, denn das weckt Sympathien. Je mehr der Kandidat von Ihnen erfährt, desto eher wird er sich auch Ihnen öffnen und Sie erfahren mehr.

Beliebte Fragen für Vorstellungsgespräche

Zuletzt möchten wir Ihnen noch einige Fragen mit auf den Weg geben, die in Bewerbungsgesprächen gerne verwendet werden.

  1. Warum sind Sie der beste Kandidat für diesen Job?
  2. Haben Sie Kenntnisse von bestimmten Programmen bzw. Tools und wenn ja, welche sind Ihnen vertraut?
  3. Wie erklären Sie diese Lücke in Ihrem Lebenslauf?
  4. Was würden Sie persönlich als Ihre Stärken und Schwächen bezeichnen?
  5. Mit welchen Hindernissen hatten Sie in Ihrem Arbeitsleben bereits zu kämpfen? Wie konnten Sie diese überwinden?
  6. Wie würden Sie Ihren Arbeitsstil beschreiben?
  7. Wo sehen Sie sich in fünf oder zehn Jahren, welche Ziele möchten Sie bis dahin erreicht haben?
  8. Wie gehen Sie mit Kritik um?
  9. Was denken Sie: Was erwarten unsere Kunden als nächsten Schritt von unserem Unternehmen?
  10. Würden Sie sagen, Sie arbeiten lieber alleine oder im Team?
  11. Was zeichnet Sie in der Zusammenarbeit mit anderen Menschen besonders aus?
  12. Warum haben Sie sich für diese Stelle beworben?
  13. Wären Sie bereit, für die ausgeschriebene Stelle umzuziehen?
  14. Wie kam es zu Ihrem Jobwechsel, welche Gründe gab es für Sie, Ihren alten Job aufgegeben?
  15. Was stört Sie am meisten an anderen Menschen und wie gehen Sie damit um?
  16. Wie gestalten Sie Ihre Freizeit? Haben Sie bestimmte Hobbys?
  17. Welches sind für Sie die entscheidenden Aspekte im Hinblick auf den Arbeitsalltag rund um die Stelle, die wir anbieten?
  18. Wie motivieren Sie sich?
  19. Was war Ihr bisher letzter oder größter Misserfolg? Wie haben Sie sich verhalten? Was war das Ergebnis?
  20. Wenn Sie unter Zeitdruck stehen, was ist Ihnen wichtiger: Einen Termin einzuhalten oder auf die Sorgfalt zu achten?

Achtung! Es gibt auch Fragen, die Sie auf keinen Fall stellen sollten. Dazu zählen Fragen zu geplanten Schwangerschaften, der Sexualität des Bewerbers, der Religionszugehörigkeit oder der politischen Gesinnung.

Fazit

Wenn Sie sich an unserem Artikel orientieren, steht einem gut durchgeplanten Bewerbungsgespräch nichts mehr im Wege. Sollten Sie zusätzlich Hilfe beim Zeitmanagement während des Vorstellungsgesprächs benötigen, greifen Sie gerne auf unsere TimeTrackApp zurück. Sie hilft Ihnen, bei der Zeiterfassung diverser Arbeitsprozesse und Projekte und unterstützt Sie dadurch, den Überblick zu behalten.