Pausen und Produktivität

Montag acht Uhr, es geht wieder los. Das nächste Projekt startet und so auch der Stressfaktor alles so gut und schnell wie möglich abzuliefern und gleichzeitig noch den nächsten Tobsuchtanfall des Chefs zu verhindern. An solchen Tagen ist meist keine Zeit für die gesetzlich festgelegten Pausen. Wieso Pausen aber grade an solchen Tagen unbedingt einzuhalten sind und wie wichtig Sie für die Produktivität sind, das erfahren Sie im folgenden Artikel.

Was ist Produktivität?


Produktivität ist nicht gleich Produktivität. So wird in der Volkswirtschaftslehre beispielsweise zwischen Totaler Produktivität und Partieller Produktivität unterschieden. In der Betriebswirtschaftslehre hingegen wird von einer Verhältnismäßigkeit zwischen Input und Output gesprochen. Unter Input werden alle Ressourcen verstanden, die für den Arbeitsprozess benötigt werden. Das Output ist die tatsächlich erbrachte Leistung.

Da jedes Unternehmen als primäres Ziel eine möglichst hohe Gewinnausschüttung hat, sollte das Input möglichst niedrig und das Output möglichst hoch sein. Um ein möglichst hohes Output zu erzielen, können verschiedene Faktoren zur Steigerung der Produktivität genutzt und manipuliert werden. Diese Faktoren müssen allerdings nicht immer einen Kostenaufwand mit sich bringen. Faktoren wie die Motivation der Mitarbeiter am Arbeitsplatz, die Konzentrationsfähigkeit sowie das Steigern der Leistungsbereitschaft können hierbei durch einen geringen Aufwand (Input) ohne finanziellen Ballast eine direkte Steigerung der allgemeinen Produktivität bewirken

Input vs. Output: Der Einfluss von Pause auf die Produktivität


  • Pause und Motivation:

Ein geregeltes und auch tatsächlich eingehaltenes Pausenmanagement hat einen enormen Einfluss auf die eigene Motivation. Diese kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Zum einen können diese Faktoren biologischer Natur entspringen wie beispielsweise durch ein erhöhtes Dopamin,- und/oder Adrenalinverhältnis. Zum anderen wird Motivation maßgeblich durch gegebene Umweltfaktoren, Motive und Erfahrungen beeinflusst.

Zwei mögliche Beispiele zur Motivationssteigerung durch ein erfolgreiches Pausenmanagement:

  • Pause für Bewegung nutzen = Dopamin wird ausgeschüttet.
  • Pause als Team verbringen = stärkt die emotionale Bindung untereinander und steigert die Zufriedenheit am Arbeitsplatz, wodurch Sie motivierter sein werden für sich und ihr Team das Beste zu geben.
  • Pause, Konzentration und Leistung:

Das Gehirn ist in verschiedene Leistungsbereiche eingeteilt. Den Bereich, der besonders relevant zum Aufnehmen, Verarbeiten, Lösen und Merken von beruflichen Informationen ist, nennt man das Arbeitsgedächtnis.

Das Arbeitsgedächtnis funktioniert nach einer Art Kapazitätsgesetz. Was runtergebrochen so viel bedeutet wie, dass die Informationen erst selektiert und weitergeleitet werden, bis sich letztendlich ein bestimmtes Volumen an Informationen angesammelt hat. Ab diesem Moment benötigt das Arbeitsgedächnis Zeit die gewonnen Informationen zu verarbeiten. Wenn dieser Moment eingetroffen ist, ist auch die Kapazität ausgelastet womit eine weitere Aufnahme das Risiko von Fehlern steigern würde.

Wenn Sie dem Gehirn allerdings eine Pause gönnen und keine neuen Informationen aufnehmen, dann wird in einer Art Leerlauf weitergearbeitet wodurch das gelernte nochmal verfestigt und das Gedächtnis nicht überlastet wird.

Da die Konzentration nichts weiter als die Aufnahmefähigkeit von neuen Informationen ist, ist es also durchaus so, dass sowohl die Konzentration als auch die allgemeine Leistung von regelmäßigen Pausen profitieren und sogar Schäden durch gegenteiliges von sich tragen können.

Performance Management

Zu wenig Pausen: die Probleme die dadurch entstehen


Wie bereits angeschnitten führt die Überlastung des Gehirns durch nicht ausreichende oder gar ausfallende Pausen sowohl zu Konzentrationsproblemen als auch als Folge dessen zum Abfall der allgemeinen Leistung.

Wann oder besser gesagt „wie“ äußern sich aber die ersten ernstzunehmenden Anzeichen für eine solche Überlastung und haben diese „nur“ berufliche Konsequenzen? Die Antwort auf diese Frage liefern zahlreiche Studien zum Gesundheitsbedrohenden Faktor: „Burnout“.

Die ersten Symptome können sich durch tiefe Erschöpfung, Leistungsabfall und psychosomatische Symptome wie Atembeschwerden, Herzprobleme, Libidoverlust, Migräne bedingt durch zu viel Stress äußern. Oft kommt es auch zu einer stark gereizten Verstimmung und der Tendenz nicht „Nein“ sagen zu können. Neben möglichen somatischen Langzeitschäden ist die Folgediagnose meist Depression.

Vorbeugende Maßnahmen, wie ein gutes Stressmanagement und ein gesunder Lebensstil, der sich zum Beispiel durch angemessene Pausen und ein bewusstes Abschalten beeinflussen lässt, sind hier essenziell.

Wer präventiv auf sich und den eigenen Körper achtet vermeidet somit zum einen psychosomatische als auch berufliche Konsequenzen, da Sie nach der Diagnose Burnout oder gegebenenfalls sogar einer Depression nur noch bedingt oder überhaupt nicht mehr im Stande sind Ihrer Arbeit nachzukommen.

Gesetzes Lage in Deutschland: §4 Arbeitszeitgesetz


In Deutschland gilt laut dem Arbeitszeitgesetzt (ArbZG) das Einhalten des §4 zum Thema Ruhepausen. Die im §4 aufgeführten Ordnungen sind eine Mindestanforderung, sprich diese Pausenregelungen müssen mindestens eingehalten werden. Sofern Ihr Arbeitgeber Ihnen weitere oder längere Pausen anbietet, stellt dies kein Problem dar und gilt sogar als gewünscht. Je nach Beruf und Branchenspezifität finden sich jedoch immer wieder Ausnahmeregelungen welche vom eigentlichen §4 (ArbZG) abweichen können.

In der Regel sieht die Gesetzeslage jedoch folgende Maßnahmen zum Erfüllen der Ruhepausen in Deutschland als Mindeststandart an:

  • Bei einer Arbeitszeit von bis zu sechs Stunden sind Pausen nicht nötig, aber möglich.
  • Bei einer Arbeitszeit von sechs bis neun Stunden muss die Pause mindestens 30 Minuten betragen.
  • Ab einer Arbeitszeit von neun Stunden erhöht sich das bis hier gestattete Pausenfenster um mindestens 15 Minuten.
  • Nach maximal zehn Stunden Arbeitszeit ist eine Ruhepause von mindestens 11 Stunden einzulegen.

Die Pausen müssen transparent gestaltet werden und für Sie als Mitarbeiter*in bereits vorab einzusehen sein. Da die Pausen als verpflichtet gelten, zählen sie nicht mit zur offiziellen Arbeitszeit. Ausgenommen hiervon sind Personen, die nach Tarifvereinbarungen bezahlt werde, für diese gelten andere Regeln.

Der Arbeitgeber ist zum Einhalten des §4 (ArbZG) verpflichtet und begeht bei Verletzung dessen zumindest eine Ordnungswidrigkeit. Die Konsequenzen können sich laut §22 (ArbZG) von einer Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe belaufen.

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Die richtige Pausenregelung für eine gesteigerte Produktivität


Wie Sie Ihre Pause gestalten möchten, legen Sie natürlich selbst fest, oft ist es jedoch hilfreich einige Anregungen zu bekommen um nicht nur mal schnell gestresst aufs Smartphone zu schauen, nur um dann festzustellen, dass die Pause doch schon wieder um ist.

Auch wenn sich das jetzt unromantisch anhört, gehört zur gelungenen Pause auch ein gewisses Maß an Planung. Es macht also Sinn eine Art Pausenritual einzuführen, um auch sicher zu gehen, dass Sie sich auch wirklich an die vorgenommene Pause halten.

So wird aus dem bewussten irgendwann ein automatisierter und unbewusster Vorgang welcher sich dann als Gewohnheit beschreiben lassen und als nützlich herausstellen kann. Gerade unser kleiner Freund das Smartphone stellt nämlich keine wirkliche Pause, sondern mehr eine Art Falle dar. Stattdessen versuchen Sie es doch mal damit, das Handy in der Tasche zu lassen und sich einen Kaffee in Ihrem Lieblingslokal, um die Ecke zu holen.

Wenn Sie einen Beruf ausüben, wo sie viel Sitzen sollte Ihre Pause eher aktiv gestaltet werden. Mögliche Aktivitäten wie spazieren gehen, Yoga oder eine kleine Fahrradtour kurbeln den Endokrinen Kreislauf an und bewirken eine positive Veränderung der Glückshormone Dopamin und Serotonin.

Wer oft allein im Büro sitzt könnte es zudem mit Gruppenaktivitäten wie Essen gehen mit den Kollegen oder zumindest einer kleinen Unterhaltung probieren. Für die Menschen unter Ihnen die jedoch einen sehr aktiven Arbeitsablauf haben und viel von links nach rechts laufen, bietet es sich an hier und da etwas Ruhe einzubauen und sich eventuell mal an Meditationsübungen auszuprobieren. Für alle von Ihnen gilt jedoch, dass Planung und Regelmäßigkeit im Pausen Rhythmus entscheidend sind.

Mit der 52-17 Methode durchatmen und durchstarten

Eine hilfreiche Methode zum Einhalten und Planen bieten hier verschiedene Variationen des Intervallprozesses.

Als besonders effektiv hat sich die sogenannte 52-17 Methode herausgestellt, wobei Sie Ihr Arbeitszeitintervall so konstruieren, dass Sie 52 Minuten aktiv und konzentriert arbeiten und nach Ablauf dieser Zeit eine 17-minütige Pause einlegen.

Entscheidend ist hierbei die genaue Zeitplanung, die durch Zeiterfassungstools wie TimeTrack schnell und zuverlässig ermöglicht werden kann.

Conclusio


Pausen sind mehr als nur ein Luxusgut, sie sind rechtlich verpflichtend und das aus einem guten Grund! Wer seine Pausen gut strukturiert und sich an die Mindestangaben hält, der vermeidet sowohl berufliche als auch gesundheitliche Konsequenzen wie das Burnout. Sie können Ihre persönliche Produktivität durch ein minimales Input deutlich steigern und durch das Nutzen von Intervallmethoden wie die 52-17 Methode sogar perfektionieren.

Ersparen Sie sich zusätzlichen Stress, fangen Sie noch heute an und testen Sie die 52-17 Methode mit der kostenlosen 14-Tägigen Probeversion von TimeTrack!