Arbeitszeitkonto

Genaue Erfassung der flexiblen Arbeitszeit

  • Was ist ein Arbeitszeitkonto?

    Unter einem Arbeitszeitkonto versteht man eine manuelle oder elektronische Aufzeichnung der tatsächlich erbrachten Arbeitsstunden (Ist-Arbeitsstunden), die mit der vertraglich geregelten Arbeitszeit (Soll-Arbeitsstunden) abgeglichen werden. Die Differenz zwischen Ist- und Soll-Arbeitsstunden ergibt entweder ein Zeitguthaben (Plusstunden) oder eine Zeitschuld (Minusstunden). Es hilft Arbeitnehmern, Überstunden auszugleichen, und ermöglicht Unternehmen eine effizientere Personalplanung. Doch wie funktioniert es genau, für wen lohnt es sich, und welche gesetzlichen Vorgaben gibt es?

Arbeitszeitkonto – Das Wichtigste in Kürze

Ein Arbeitszeitkonto erfasst genau, wie viele Stunden ein Arbeitnehmer tatsächlich gearbeitet hat. Diese Ist-Arbeitsstunden werden mit der vertraglich festgelegten Arbeitszeit (Soll-Arbeitsstunden) verglichen.

Dabei kann es zu zwei Ergebnissen kommen:

  1. Plusstunden entstehen, wenn mehr gearbeitet wurde als vereinbart.
  2. Minusstunden entstehen, wenn weniger Arbeitsstunden geleistet wurden als vorgesehen.

Damit ein Arbeitszeitkonto genutzt werden kann, muss es eine vertragliche Grundlage geben. Das bedeutet, dass die Nutzung eines solchen Kontos im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung festgelegt sein muss. Ohne eine solche Regelung darf kein Arbeitszeitkonto geführt werden.

schichtarbeit-kapitel-eins

Was ist ein Arbeitszeitkonto?

schichtarbeit-kapitel-zwei

Arbeitszeitkonto Arten

schichtarbeit-kapitel-drei

Wie kann ein Arbeitszeitkonto geführt werden?

schichtarbeit-kapitel-vier

Vor- & Nachteile

benutzerrechte-kapitel-fünf

Gesetzliche Regelungen

Was ist ein Arbeitszeitkonto?

Ein Arbeitszeitkonto erfasst die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden und vergleicht sie mit der vertraglich festgelegten Arbeitszeit. Dabei kann es zu Plusstunden (Zeitguthaben) oder Minusstunden (Zeitschuld) kommen. Es dient als Instrument der Zeitbewirtschaftung, um Arbeitszeiten flexibel zu gestalten und effizient an betriebliche Anforderungen anzupassen.

Definition und Begriff

Ein Arbeitszeitkonto ist ein Instrument, das die geleisteten Arbeitsstunden eines Mitarbeiters speichert und mit der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit vergleicht. Es ermöglicht den Arbeitnehmern, Überstunden zu sammeln und diese zu einem späteren Zeitpunkt zu verrechnen. Dieses flexible System passt sich den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeitenden an und bietet sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber zahlreiche Vorteile. Durch die genaue Erfassung der Arbeitszeit können Überstunden transparent dokumentiert und fair ausgeglichen werden. Dies trägt nicht nur zur Zufriedenheit der Mitarbeiter bei, sondern unterstützt auch die effiziente Personalplanung im Unternehmen.

Wie funktioniert ein Arbeitszeitkonto?

  • Plusstunden oder Zeitguthaben entstehen, wenn mehr gearbeitet wird als vertraglich vereinbart. Diese werden auf dem Konto gutgeschrieben.
  • Minusstunden entstehen, wenn weniger gearbeitet wird. Diese müssen später durch Mehrarbeit ausgeglichen werden.
  • Bei Krankheit und Urlaub werden die vereinbarten Arbeitsstunden automatisch angerechnet, sodass keine Minusstunden entstehen.

Wofür wird ein Arbeitszeitkonto genutzt?

Ein Arbeitszeitkonto ist kein eigenes Arbeitszeitmodell, sondern dient zur Verwaltung flexibler Arbeitszeiten, wie zum Beispiel Gleitzeit. Es hilft dabei, Arbeitsschwankungen auszugleichen und unternehmens die Arbeitszeiten effizient zu gestalten und an den tatsächlichen Personalbedarf anzupassen. Es sorgt für eine bessere Übersicht über geleistete und geschuldete Stunden – sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber.

Arten von Arbeitszeitkonten

Arbeitszeitkonten erfassen die geleisteten Stunden über eine bestimmte Zeitspanne. Dabei gibt es zwei Hauptarten: Kurzzeitarbeitskonten und Langzeitarbeitskonten.

Kurzzeitarbeitskonten

Diese Konten gelten für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr. Innerhalb dieser Zeit sollen Überstunden und Minusstunden ausgeglichen werden. Der genaue Zeitraum ist nicht gesetzlich festgelegt – Arbeitgeber können ihn selbst bestimmen. Häufige Modelle sind drei, sechs oder zwölf Monate.

Typische Arten von Kurzzeitarbeitskonten sind:

  • Gleitzeitkonten (flexible Arbeitszeiten)
  • Überstundenkonten (gesammelte Mehrarbeit)
  • Ampelkonten (mit bestimmten Grenzen für Plus- und Minusstunden)

Langzeitarbeitskonten

Langzeitkonten sind für größere Zeiträume gedacht, oft über das gesamte Arbeitsleben hinweg. Hier kann der Arbeitnehmer zusätzliche Arbeitszeit ansparen, um sie später für längere Auszeiten zu nutzen – zum Beispiel für ein Sabbatical oder einen früheren Ruhestand.

Diese Modelle helfen, Arbeitszeit flexibel zu gestalten und eine bessere Balance zwischen Beruf und Freizeit zu ermöglichen.

Die TimeTrack App bietet für jeden Mitarbeiter ein individuelles Arbeitszeitkonto, das eine transparente und effiziente Erfassung der geleisteten Arbeitsstunden ermöglicht. Je nach Unternehmensanforderungen können zusätzlich spezifische Konten eingerichtet werden, um die Arbeitszeitverwaltung noch flexibler zu gestalten. Dazu gehört beispielsweise das Zeitausgleichskonto, das Plus- und Minusstunden speichert, sodass Arbeitnehmer angesammelte Stunden später in freie Tage umwandeln können. Ein weiteres praktisches Feature ist das Überstundenkonto, das Unternehmen dabei unterstützt, eine maximale Anzahl an Überstunden festzulegen und so eine faire und geregelte Arbeitszeiterfassung sicherzustellen. Mit diesen individuell anpassbaren Konten bietet die TimetrackApp eine optimale Lösung für Unternehmen, die eine übersichtliche, gesetzeskonforme und flexible Arbeitszeitverwaltung anstreben.

TimeTrack 14 Tage lang testen. 

Arbeitszeitkonto Modelle

Wie wird ein Arbeitszeitkonto geführt?

Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben dazu, wie genau ein Arbeitszeitkonto geführt werden muss. Entscheidend ist nur, dass die Aufzeichnungen lückenlos dokumentieren, wann vor Überstunden oder Minusstunden entstanden sind. Unternehmen und Arbeitnehmer haben dabei verschiedene Möglichkeiten, ein Arbeitszeitkonto zu verwalten:

Manuelle Erfassung: Eine einfache, aber fehleranfällige Methode ist die handschriftliche Aufzeichnung in einer Tabelle oder die Nutzung von Excel. Der Arbeitnehmer trägt hier selbstständig seine Arbeitszeiten ein, was jedoch zusätzlichen Aufwand bedeutet und fehleranfällig sein kann.

Stechuhr-Systeme: Ein Arbeitszeitkonto kann auch über eine klassische Stechuhr geführt werden. Allerdings hat diese Methode den Nachteil, dass der aktuelle Saldo nicht automatisch berechnet wird. Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssten täglich selbst ermitteln, ob Plus- oder Minusstunden entstanden sind.

Digitale Arbeitszeiterfassung: Die effizienteste und genaueste Methode sind digitale Softwarelösungen oder Apps. Sie erfassen die Arbeitszeiten automatisch und berechnen den aktuellen Saldo in Echtzeit. Dadurch behalten sowohl Mitarbeiter als auch Arbeitgeber jederzeit den Überblick und können rechtzeitig auf Ungleichgewichte im Arbeitszeitkonto reagieren.

Digitale Lösungen bieten den Vorteil, dass sie Fehler vermeiden und Transparenz schaffen, während manuelle Methoden und Stechuhrsysteme oft mit mehr Aufwand und Unsicherheiten verbunden sind.

Arbeitszeitkonto – Vorteile und Nachteile

Ein Arbeitszeitkonto bringt sowohl für Unternehmen als auch für Mitarbeitenden viele Vorteile. Es ermöglicht eine flexible Arbeitsgestaltung, sorgt für eine gerechte Zeiterfassung und hilft, gesetzliche Vorgaben einzuhalten. Besonders in Unternehmen mit schwankender Arbeitsauslastung kann ein solches Modell die Planung erleichtern und für mehr Fairness und Transparenz sorgen.

Mehr Flexibilität für den Arbeitgeber

Arbeitszeitkonten ermöglichen es Arbeitgebern, schneller und effizienter auf eine schwankende oder unregelmäßige Auftragslage zu reagieren. In Zeiten hoher Nachfrage können Arbeitnehmer mehr Stunden leisten, während sie bei geringerem Arbeitsaufkommen weniger arbeiten. Dadurch wird die Personalplanung flexibler und Ressourcen können gezielter eingesetzt werden. Arbeitgeber haben so die Möglichkeit, die Arbeitszeit an den aktuellen Bedarf anzupassen, ohne sofort auf Neueinstellungen oder kurzfristige Vertragsänderungen angewiesen zu sein.

Erfüllung der gesetzlichen Aufzeichnungspflicht

Laut § 16 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, die Mehrarbeit seiner Beschäftigten genau zu dokumentieren. Selbst wenn der Arbeitnehmer dazu angehalten wird, seine Mehrstunden eigenständig zu erfassen, bleibt der Arbeitgeber verantwortlich dafür, dass diese Dokumentation korrekt und vollständig ist. Ein Arbeitszeitkonto bietet eine praktische Lösung, um diese Pflicht zu erfüllen und die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes sicherzustellen.

Besonders bei Minijobbern ist die Führung eines Arbeitszeitkontos sogar gesetzlich vorgeschrieben. Nach § 17 Mindestlohngesetz (MiLoG) müssen Arbeitgeber die tatsächlich geleistete Arbeitszeit dokumentieren, um sicherzustellen, dass der Mindestlohn eingehalten wird. Ein Arbeitszeitkonto hilft dabei, Transparenz zu schaffen und rechtliche Vorgaben problemlos zu erfüllen.

Mehr Flexibilität für den Arbeitnehmer

Viele Arbeitnehmer empfinden starre Arbeitszeiten als unattraktiv und wünschen sich stattdessen eine flexiblere Gestaltung ihrer Arbeitszeit. Ein Arbeitszeitkonto bietet genau diese Möglichkeit: Arbeitnehmer können ihre Arbeitszeiten besser an ihre individuellen Bedürfnisse anpassen, sei es für familiäre Verpflichtungen, persönliche Projekte oder einfach eine bessere Work-Life-Balance.

Diese Flexibilität trägt wesentlich zur Zufriedenheit der Mitarbeiter bei, was sich wiederum positiv auf ihre Motivation und ihr Engagement im Unternehmen auswirkt. Wer seine Arbeitszeit mitgestalten kann, fühlt sich oft ausgeglichener und produktiver – ein Gewinn für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen.

Mehr Gerechtigkeit für den Arbeitnehmer

Ein Arbeitszeitkonto sorgt für eine genaue Erfassung der geleisteten Arbeitszeit, sodass jede tatsächlich gearbeitete Minute dokumentiert und entsprechend vergütet wird. Ohne eine präzise Zeiterfassung besteht das Risiko, dass zusätzliche Minuten oder sogar Stunden unbezahlt bleiben. Besonders in Unternehmen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten kann dies zu Unstimmigkeiten führen.

Durch die transparente Erfassung der Arbeitszeit gewährleistet ein Arbeitszeitkonto, dass alle geleisteten Stunden fair ausgeglichen werden – sei es durch Freizeitausgleich oder durch eine entsprechende Bezahlung. Arbeitnehmer profitieren somit von einer gerechteren Arbeitszeitregelung und Arbeitgeber können Unstimmigkeiten oder mögliche Konflikte in Bezug auf Arbeitszeiten vermeiden.

Gefahr des Missbrauchs

Ohne klare Regelungen und transparente Vereinbarungen kann ein Arbeitszeitkonto leicht zum Nachteil der Arbeitnehmer genutzt werden. Arbeitgeber könnten Überstunden ansammeln lassen, ohne sie angemessen auszugleichen, oder Minusstunden einseitig zu Lasten der Beschäftigten anrechnen. Deshalb sind klare Richtlinien, vertragliche Vereinbarungen und eine regelmäßige Überprüfung des Kontostands essenziell, um einen fairen und rechtskonformen Umgang mit Arbeitszeitkonten zu gewährleisten.

Arbeitszeitkonto: Erfordernis einer vertraglichen Grundlage

Arbeitszeitkonten können nicht ohne eine vertragliche Vereinbarung eingeführt werden. Um wirksam zu sein, bedarf jedes Arbeitszeitkonto daher einer vertraglichen Grundlage. Dies kann eine arbeits– oder tarifvertragliche Regelung oder eine Betriebsvereinbarung sein.

Die vertragliche Regelung von Arbeitszeitkonten sollte folgende Punkte enthalten:

  1. Art des Arbeitszeitkontos: Kurzzeitkonto oder Langzeitkonto
  2. Ausmaß der geschuldeten Arbeitszeit – Sollarbeitszeit
  3. Ausgleichszeitraum des Arbeitszeitkontos – Zeitraum, in dem die gesammelten Plus- und Minusstunden auszugleichen sind
  4. Spanne des Arbeitszeitkontos – Anzahl von Plus- oder Minusstunden, die der Arbeitnehmer innerhalb eines Ausgleichszeitraumes maximal ansammeln darf
  5. Regelung, ob Plus- bzw. Minusstunden am Ende des Ausgleichszeitraumes durch Auszahlung oder Freizeit auszugleichen sind.

Die TimetrackApp bietet für jeden Mitarbeiter ein individuelles Arbeitszeitkonto zur transparenten und effizienten Erfassung der Arbeitsstunden. Zusätzlich können je nach Unternehmensbedarf spezifische Konten eingerichtet werden, wie ein Zeitausgleichskonto für Plus- und Minusstunden oder ein Überstundenkonto zur Begrenzung der maximalen Überstunden. Die automatische Berechnung des Zeitguthabens sorgt für einen stets aktuellen Überblick. Damit ermöglicht die TimetrackApp eine flexible, gesetzeskonforme und transparente Arbeitszeitverwaltung für Unternehmen.

Arbeitszeitkonto – Regelungen & gesetzliche Vorgaben

Auch wenn es keine spezifischen gesetzlichen Vorgaben zur Führung Arbeitszeitkonten gibt, müssen Arbeitgeber dennoch allgemeine arbeitsrechtliche Regelungen einhalten. Dazu gehört unter anderem die maximale tägliche Arbeitszeit, die in der Regel bei acht Stunden liegt, in Ausnahmefällen aber auf zehn Stunden erweitert werden kann. Nach § 4 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) müssen zudem Pausen- und Ruhezeiten zwischen zwei Schichten eingehalten werden. Für Arbeitnehmer, die Mindestlohn erhalten, dürfen die Überstunden laut § 2 Abs. 2 Satz 3 Mindestlohngesetz (MiLoG) die monatlich vereinbarten Arbeitsstunden nicht um mehr als 50 Prozent überschreiten.

Seit dem BAG-Urteil vom 13. September 2022 ist die Arbeitszeiterfassung in Deutschland für alle Unternehmen verpflichtend. Arbeitgeber sind daher nicht nur dazu angehalten, die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter zu erfassen, sondern müssen auch sicherstellen, dass die gesetzlichen Höchstgrenzen für tägliche und wöchentliche Arbeitszeiten sowie vorgeschriebene Ruhezeiten eingehalten werden. Auch der Zeitraum für den Abbau von Überstunden ist gesetzlich festgelegt – in der Regel auf 24 Wochen bzw. sechs Monate. Ein korrekt geführtes Arbeitszeitkonto trägt dazu bei, die gesetzliche Aufzeichnungspflicht zu erfüllen und sicherzustellen, dass alle Arbeitszeitregelungen eingehalten werden.

Allerdings können Arbeitszeitkonten nicht ohne eine vertragliche Vereinbarung eingeführt werden. Um rechtswirksam zu sein, benötigt jedes Arbeitszeitkonto eine vertragliche Grundlage, die entweder im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung festgelegt ist. Diese Regelung sollte genau definieren, ob es sich um ein Kurzzeit- oder Langzeitkonto handelt, wie hoch die Soll-Arbeitszeit ist und in welchem Zeitraum Plus- und Minusstunden ausgeglichen werden müssen. Ebenso muss festgelegt werden, wie viele Mehr- oder Minderstunden maximal angesammelt werden dürfen und ob diese am Ende des Ausgleichszeitraums durch Freizeit oder Auszahlung verrechnet werden.

Ein gut geregeltes Arbeitszeitkonto bringt nicht nur Flexibilität für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sondern hilft auch, die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten und Transparenz über die geleisteten Stunden zu schaffen.

Arbeitszeitkonten – Tipps für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Ein gut geführtes Arbeitszeitkonto bietet Unternehmen und Mitarbeitern zahlreiche Vorteile – von mehr Flexibilität bis hin zu einer besseren Planbarkeit der Arbeitszeiten. Damit die Nutzung reibungslos funktioniert, sollten Arbeitgeber klare Regelungen aufstellen und ihre Mitarbeiter aktiv einbinden.

Tipps für die Einführung von Arbeitszeitkonten

Tipps für Arbeitgeber

  • Klare Regeln festlegen: Kommunizieren Sie transparent die Bedingungen und Erwartungen zum Arbeitszeitkonto und legen Sie Ober- und Untergrenzen für das Zeitguthaben fest.
  • Mitarbeiter informieren und schulen: Bieten Sie Schulungen oder Informationsveranstaltungen an, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter das System richtig nutzen.
  • Arbeitszeitkonten regelmäßig überprüfen: Kontrollieren Sie regelmäßig die Salden Ihrer Mitarbeiter und verpflichten Sie Führungskräfte, die Entwicklung der Arbeitszeiten zu beobachten. So können Sie frühzeitig eingreifen, wenn ein Mitarbeiter zu viele Plus- oder Minusstunden ansammelt.
  • Flexibilität ermöglichen: Bieten Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, ihre Arbeitszeiten im Rahmen der betrieblichen Anforderungen flexibel zu gestalten, um die Zufriedenheit und Produktivität zu steigern.
  • Personalplanung anpassen: Zu hohe Bestände an Überstunden oder Minusstunden können darauf hinweisen, dass die Personalstruktur überdacht werden muss.

Tipps für Arbeitnehmer

  • Arbeitszeitkonto im Blick behalten: Überprüfen Sie regelmäßig Ihre erfassten Stunden, um den Überblick über Ihr Zeitguthaben oder mögliche Minusstunden zu behalten.
  • Arbeitszeiten bewusst planen: Nutzen Sie das Arbeitszeitkonto, um Ihre Arbeitszeit strategisch einzusetzen und gegebenenfalls Überstunden gezielt für Freizeitausgleich oder Erholung zu nutzen.
  • Offene Kommunikation mit dem Arbeitgeber: Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Arbeitgeber, wenn Unklarheiten oder Probleme bezüglich Ihres Arbeitszeitkontos auftreten.
  • Work-Life-Balance im Blick behalten: Setzen Sie das Arbeitszeitkonto aktiv ein, um Ihre persönliche Zeitplanung zu verbessern und Überstunden durch Freizeit auszugleichen.

Ein funktionierendes Arbeitszeitkonto basiert auf einer vertraglichen Grundlage und erfordert eine gute Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Transparenz, klare Regelungen und eine kontinuierliche Überprüfung helfen dabei, Arbeitszeitkonten effektiv zu nutzen und sowohl betriebliche als auch persönliche Interessen in Einklang zu bringen.

Anwendungsbeispiel

Unternehmen 1:

Das Unternehmen 1 führt die Arbeitszeitkonten mittels einer Excel-Tabelle. Jeder Mitarbeiter muss seine Arbeitszeit in die Tabelle manuell eintragen. Für die Mitarbeiter womöglich technisch die einfachste Lösung.

Für das Unternehmen führt die „händische“ Zeiterfassung spätestens bei mehr als einer Handvoll Mitarbeitern ins Chaos. Der Personalchef kann schwer einen Überblick über die Zeitguthaben der Mitarbeiter bekommen. Die Listen müssen gut aufbewahrt und sind nicht immer griffbereit. Stundenzettel müssen außerdem manuell in verwendete Buchhaltungs- und Personalabrechnungssysteme übertragen werden. Das was anfangs als einfachste Lösung scheint, kostet in Wirklichkeit viel Zeit.

Unternehmen 2:

Das Unternehmen 2 entscheidet sich für ein Zeiterfassungssystem, wie TimeTrack. Jeder Mitarbeiter hat seine Arbeitszeiten online über einen Computer oder ein Smartphone sekundengenau zu erfassen. Mitarbeiter stempeln ein, wenn sie zur Arbeit kommen und stempeln wieder aus, wenn sie gehen. Alle erfassten Arbeitsstunden fließen in das Arbeitszeitkonto des Mitarbeiters, gleichzeitig werden alle Ist-Stunden den Soll-Stunden gegenübergestellt, sodass man den Überblick über die eigenen Plus- und Minusstunden behalten kann.

Die Mitarbeiter können ihr Arbeitszeitkonto selbst einsehen und so eigenverantwortlich ihre Arbeitszeit planen. Sowohl der Personalchef also auch die Mitarbeiter können jederzeit genau nachvollziehen, wie viele Stunden im Monat gearbeitet wurden. Außerdem sind bei einer Betriebsüberprüfung alle notwendigen Unterlagen gleich griffbereit.

Muss man ein Arbeitszeitkonto führen?

Es besteht grundsätzlich noch keine generelle Pflicht des Arbeitgebers, Arbeitszeitkonto für seine Arbeitnehmer zu führen.

Nur bei Minijobs und in einigen speziellen Branchen wie Gaststätten und Beherbergungsgewerbe, Baugewerbe, Speditions-, Transport- und Logistikgewerbe ist die Arbeitszeiterfassung gemäß Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz vorgeschrieben. Die Aufzeichnungen der in diesen Branchen tätigen Arbeitnehmer müssen den genauen Beginn, das Ende und eingehaltene Pausenzeiten erfassen.

In anderen Branchen müssen lediglich Mehrarbeitsstunden genau dokumentiert werden. Also nur die Stunden/Minuten, die über die zulässigen acht Stunden pro Tag hinausgehen, müssen erfasst werden. Das ergibt sich aus dem deutschen Arbeitszeitgesetz (ArbZG), das die tägliche Höchstarbeitszeit von acht Stunden sowie Pausen- und Ruhezeiten regelt. Es gibt aber keine gesetzliche Verpflichtung des Arbeitgebers, auch regulär geleistete Arbeitsstunden des Arbeitnehmers zu verzeichnen.

Dies wird sich in Zukunft allerdings ändern. Obwohl es derzeit keine gesetzliche Aufzeichnungspflicht auf nationaler Ebene gibt, hat der Europäische Gerichtshof am 14. Mai 2019 entschieden, dass bald auch Unternehmen in Deutschland gesamte Arbeitszeit ihrer Arbeitnehmer systematisch erfassen müssen. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat diese Vorgabe 2022 bestätigt und eine generelle Pflicht zur Arbeitszeiterfassung in Deutschland festgestellt. Wann und in welcher Form entsprechendes Gesetz in Kraft treten wird, bleibt noch abzuwarten. Fakt ist, dass bald ein Arbeitszeitkonto für jeden Mitarbeiter zu führen sein wird.

Auf der Suche nach einer Zeiterfassungssoftware?

Dann sind Sie hier genau richtig!

Jetzt kostenlos testen

Fazit

Arbeitszeitkonten sind ein effektives Instrument zur Erfassung und Verwaltung der Arbeitszeiten von Mitarbeitenden. Sie bieten zahlreiche Vorteile, wie eine präzise Zeiterfassung und erhöhte Flexibilität, sowohl für Unternehmen als auch für Mitarbeiter. Die Einführung von Arbeitszeitkonten sollte jedoch gut geplant und vertraglich vereinbart werden. Transparente Kommunikation und regelmäßige Überprüfung sind entscheidend, um das volle Potenzial dieses Systems auszuschöpfen. Durch die richtige Anwendung können Unternehmen ihre Zeitbewirtschaftung optimieren und die Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden steigern.

Disclaimer

Wir machen darauf aufmerksam, dass die Inhalte unserer Internetseite lediglich dem unverbindlichen Informationszweck dienen und keine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne darstellt. Der Inhalt unseres Webangebots kann daher eine individuelle und verbindliche Rechtsberatung, die sich auf Ihre spezifische Situation bezieht, nicht ersetzen. Insofern verstehen sich alle angebotenen Informationen ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

Die Inhalte unserer Internetseite – vor allem unsere Rechtsbeiträge – werden mit größter Sorgfalt recherchiert. Dennoch übernimmt TimeTrack keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Zur Lösung von konkreten Rechtsfällen wenden Sie sich bitte unbedingt an einen Rechtsanwalt.

Goca Profilbild Kreis

Gorica Stojkovic-Bubic

Mag. iur. Gorica Stojkovic-Bubic ist TimeTrack-Expertin für arbeitsrechtliche Themen. Nach 10-jähriger Tätigkeit für eine renommierte Wiener Rechtsanwaltskanzlei mit Schwerpunkt Arbeitsrecht verstärkt sie nun das junge TimeTrack Team und schreibt gerne Rechtsbeiträge rund um Arbeitszeit und Arbeitswelt.